# Sind Bestattungsdienste für ausländische Investitionen geöffnet? Eine Marktanalyse für strategische Investoren

Meine Damen und Herren, geschätzte Investoren, die Sie mit einem prüfenden Blick auf den deutschen Markt schauen – herzlich willkommen. Mein Name ist Liu, und ich blicke auf über 12 Jahre bei der Jiaxi Steuer- und Finanzberatungsgesellschaft zurück, wo ich ausländische Unternehmen durch das Dickicht der deutschen Bürokratie und Marktzugangsregeln geführt habe. In den letzten 14 Jahren habe ich unzählige Handelsregistereinträge und Investitionsprojekte begleitet. Heute möchte ich mit Ihnen über ein Thema sprechen, das auf den ersten Blick ungewöhnlich, bei genauerem Hinsehen aber hochinteressant ist: die Öffnung des deutschen Bestattungsdienstleistungsmarktes für ausländische Investitionen. Dieser Sektor, traditionell von lokalen, oft kommunalen oder familiären Betrieben geprägt, steht im Zeitalter der Globalisierung und des demografischen Wandels vor neuen Fragen. Ist hier für internationales Kapital und operative Expertise wirklich Platz? Lassen Sie uns gemeinsam hinter die Kulissen blicken.

Rechtlicher Rahmen und Marktzugang

Zunächst müssen wir die rechtliche Basis verstehen. Das Bestattungsrecht in Deutschland ist, typisch für unseren Föderalismus, Ländersache. Das bedeutet: 16 Bundesländer, 16 Bestattungsgesetze. Für einen ausländischen Investor ist das zunächst einmal eine echte Herausforderung. Es gibt keinen einheitlichen "Single Point of Entry". Die zentrale Frage lautet: Erlaubt das jeweilige Landesrecht überhaupt die gewerbliche Betreibung durch eine ausländische Kapitalgesellschaft, oder ist sie an den "volkseigenen" oder kommunalen Betrieb gebunden? In den meisten Ländern ist die gewerbliche Betreibung mittlerweile möglich, aber mit strengen Auflagen. Ich erinnere mich an einen Fall vor etwa sechs Jahren, wo ein britischer Investor eine Beteiligung an einem Bestattungsunternehmen in Nordrhein-Westfalen anstrebte. Das größte Hindernis war nicht die Investition an sich, sondern der Nachweis, dass der vorgesehene Geschäftsführer die "persönliche Zuverlässigkeit" nach dem Bestattungsgesetz NRW besaß – ein unbestimmter Rechtsbegriff, der viel Interpretationsspielraum lässt und letztlich von der lokalen Ordnungsbehörde beurteilt wird. Das Verfahren zog sich monatelang hin. Die Lehre daraus: Die rechtliche Due Diligence muss hier extrem tief gehen und die lokalen Gegebenheiten genauestens einbeziehen.

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Gewerbeerlaubnis. Selbst wenn die Landesgesetze es zulassen, muss bei der zuständigen Gemeinde oder Stadt eine Gewerbeanzeige erstattet und oft eine spezielle Erlaubnis eingeholt werden. Hier prallen mitunter Welten aufeinander: Die schnelle, effizienzgetriebene Denkweise eines internationalen Investors trifft auf behördliche Verfahren, die von großer Sorgfalt und manchmal auch von lokalem Traditionsbewusstsein geprägt sind. Es ist nicht unüblich, dass im Genehmigungsverfahren auch die örtlichen Kirchen oder kommunalen Gremien angehört werden. Das muss man wissen und einkalkulieren. Aus meiner Beratungspraxis kann ich sagen: Ein guter lokaler Rechtsberater, der die Szene kennt, ist hier unbezahlbar. Ohne diesen "Kümmerer" vor Ort wird es sehr, sehr schwer.

Kulturelle Sensibilität und Akzeptanz

Geld allein macht hier keinen Erfolg. Der Bestattungsmarkt ist vielleicht der kulturell sensibelste Markt überhaupt. Trauerrituale, Glaubensvorstellungen und vor allem Vertrauen sind die eigentlichen Währungen. Ein ausländischer Investor, der mit der Mentalität des "Disruptions" kommt und alles effizienter und billiger machen will, wird scheitern. Die deutsche Bevölkerung, besonders in ländlichen Regionen, vertraut seit Generationen dem örtlichen Bestatter, der oft auch Nachbar ist. Ein anonymes, internationales Konglomerat stößt hier schnell auf Skepsis. Die Frage ist also: Wie schafft man Akzeptanz?

Ein erfolgreicher Ansatz, den ich beobachten konnte, ist der der "lokalen Marke mit internationalem Backoffice". Das bedeutet, die etablierten lokalen Betriebe und ihre Marken werden gekauft oder kooperieren in einer Partnerschaft, behalten aber nach außen hin vollständig ihr Gesicht, ihren Namen und ihr Personal. Der ausländische Investor bringt Kapital für Investitionen in moderne Technik (z.B. für ökologische Bestattungsformen), für übergeordnetes Marketing und für Verwaltungsoptimierung ein. So wird das kulturelle Kapital des Lokalen mit der finanziellen und strategischen Stärke des Internationalen verbunden. Ein Fehler, den man unbedingt vermeiden sollte, ist, sofort nach der Übernahme das Corporate Design zu vereinheitlichen und die alten Namen verschwinden zu lassen. Das wäre ein Schuss ins eigene Knie.

Persönlich habe ich einen Mandanten aus Skandinavien beraten, der genau diesen Weg gegangen ist. Er hat drei mittelständische Bestattungsunternehmen in verschiedenen Bundesländern übernommen, aber die Familien der bisherigen Inhaber mit kleinen Anteilen und Beraterverträgen an Bord gehalten. Das war goldwert. Diese Personen waren die "kulturellen Übersetzer" und Vertrauensanker für die Belegschaft und die Kundschaft. Ohne diese Brückenbauer wäre das Projekt wohl gescheitert.

Wirtschaftlichkeit und Marktpotenzial

Schauen wir auf die nackten Zahlen: Deutschland altert. Die demografische Entwicklung ist ein klarer Treiber für diesen Markt. Die Zahl der Sterbefälle wird in den kommenden zwei Jahrzehnten voraussichtlich steigen, bevor sie dann wieder leicht sinkt. Das klingt nach einem sicheren Geschäft. Aber Vorsicht: Der Markt ist fragmentiert und der Wettbewerb intensiv. Es gibt über 3.000 Bestattungsunternehmen, viele davon Ein-Mann-Betriebe. Die Margen sind nicht so üppig, wie man vielleicht denkt, da ein großer Teil der Kosten für die eigentlichen Leistungen (Sarg, Grabstein, Friedhofsgebühren) weitergeleitet wird und der Bestatter hier nur eine Provision verdient. Der eigentliche Hebel liegt in der Diversifizierung der Dienstleistungen.

Hier sehe ich Potenzial für ausländische Investoren, die neue Ideen mitbringen. Stichworte sind "Vorsorge-Beratung" (Bestattungsvorsorge zu Lebzeiten), "Trauerbegleitung" als professioneller Service, oder auch Nischen wie "Pets-Cremation" (Haustierbestattung), die in Deutschland noch weniger professionalisiert ist als in manchen anderen Ländern. Auch das Thema Digitalisierung – von der Online-Verfügung bis zur Live-Streaming-Beerdigung für Angehörige in der Ferne – bietet Chancen. Die Wirtschaftlichkeit eines Investments hängt stark davon ab, ob es gelingt, über das klassische "Einmalgeschäft" hinaus wiederkehrende Service-Einnahmen oder skalierbare Produkte zu etablieren.

Ein wichtiger Kostenfaktor, den man im Blick behalten muss, ist die "Bestattungspflicht". In Deutschland muss innerhalb einer bestimmten Frist bestattet werden, und die Kommunen haben eine Bringschuld. Das kann zu logistischen Engpässen und damit zu Kosten führen. Ein Investor mit einer effizienten, regional oder sogar überregional organisierten Logistik könnte hier einen echten Wettbewerbsvorteil aufbauen – immer unter der Prämisse der absoluten Pietät und Würde, versteht sich.

Regulatorische Hürden und Umweltauflagen

Abseits des eigentlichen Bestattungsrechts lauern weitere regulatorische Fallstricke. Ein großes Thema ist das Umweltrecht. Die Emissionen von Krematorien unterliegen strengen Grenzwerten der TA Luft (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft). Der Bau oder die Modernisierung einer Feuerbestattungsanlage ist ein Millionenprojekt mit langen Genehmigungsverfahren und oft auch Bürgerprotesten ("Not in my backyard"-Syndrom). Für einen ausländischen Investor ist es daher oft ratsamer, bestehende Krematorien zu übernehmen und zu modernisieren, als komplett neue zu bauen.

Ein weiteres Feld ist das Friedhofsrecht. Friedhöfe sind in Deutschland fast ausschließlich in kommunaler oder kirchlicher Hand. Als privater Bestatter ist man also darauf angewiesen, Zugang zu diesen Friedhöfen zu haben und die dort geltenden, oft sehr detaillierten Friedhofssatzungen einzuhalten (z.B. zur Grabgestaltung, zur Bepflanzung, zur Art der Grabsteine). Das schränkt die Gestaltungsfreiheit ein. Alternative Bestattungsformen wie Wald- oder Seebestattungen sind hier flexibler, unterliegen aber eigenen, teils bundeslandspezifischen Regularien. Meine Erfahrung zeigt: Ein guter Compliance-Beauftragter, der sich in diesem regulatorischen Dschungel auskennt, ist für ein investorengetragenes Unternehmen unverzichtbar. Ein Verstoß gegen die Friedhofssatzung mag banal klingen, kann aber im schlimmsten Fall zum Ausschluss von der Zusammenarbeit mit dem Friedhof führen – ein existenzbedrohendes Risiko.

Personal und Fachkräftemangel

Das Herzstück eines Bestattungsunternehmens sind seine Mitarbeiter: die Bestattungsfachkräfte. Dies ist ein anerkannter Ausbildungsberuf in Deutschland. Allerdings herrscht auch hier, wie in vielen Dienstleistungsbranchen, ein spürbarer Fachkräftemangel. Die Arbeit ist psychisch belastend, die Arbeitszeiten unregelmäßig (Todesfälle halten sich nicht an Bürozeiten), und die Bezahlung ist oft nicht überragend. Für einen ausländischen Investor stellt sich die Frage: Wie halte ich gute Leute? Und wie gewinne ich neue?

Hier kann internationale Expertise helfen. Investoren können attraktivere Arbeitszeitmodelle, bessere psychosoziale Unterstützung (Supervision) und Karrierewege in einem größeren Verbund anbieten. Vielleicht sogar internationale Austauschprogramme für Mitarbeiter, um voneinander zu lernen. Entscheidend ist, dass die Unternehmenskultur den besonderen Charakter der Arbeit respektiert. Ein reines "Bottom-Line"-Denken wird die motivierten Fachkräfte vergraulen. In einem unserer Projekte war die größte Sorge der übernommenen Belegschaft nicht die neue Eigentümerstruktur, sondern die Angst, dass "die da oben" jetzt nur noch auf Umsatz pro Bestattung schauen und die Zeit für einfühlsame Gespräche mit Hinterbliebenen streichen. Dieses Misstrauen musste erst durch transparente Kommunikation und klare Zusicherungen abgebaut werden.

Die Ausbildung neuer Fachkräfte ist ein langfristiges Investment. Ein Investor, der hier in Kooperationen mit Berufsschulen investiert oder eigene Ausbildungsplätze schafft, tut nicht nur etwas Gutes, sondern sichert sich langfristig den wichtigsten Produktionsfaktor: qualifizierte und loyalere Mitarbeiter.

Wettbewerbslandschaft und Konsolidierung

Der deutsche Bestattungsmarkt befindet sich in einer schleichenden Konsolidierungsphase. Während die ganz großen internationalen Player (wie z.B. der französische Konzern OGF oder die schweizerische Dignitas in ihrem Segment) bereits Fuß gefasst haben, gibt es daneben eine wachsende Zahl von regionalen Verbünden und Genossenschaften kleinerer Bestatter, die gemeinsam gegen die großen antreten wollen. Für einen neuen ausländischen Investor bedeutet das: Der Eintrittspreis steigt. Einfach ein Einzelunternehmen zu einem Schnäppchenpreis zu kaufen, wird immer seltener.

Die eigentliche Wettbewerbsfrage ist: Was ist mein einzigartiges Wertversprechen? Bin ich der Billigste? Das ist im Bestattungswesen ein schwieriger Weg, da Preisdumping schnell mit mangelnder Seriosität assoziiert wird. Bin ich der Innovativste im Service? Oder spezialisiere ich mich auf bestimmte religiöse oder kulturelle Gemeinschaften (z.B. muslimische oder jüdische Bestattungen nach strengen Riten), die bisher unterversorgt sind? Die erfolgreichsten ausländischen Investoren haben eine klare Nische oder ein überlegenes Betriebsmodell mitgebracht, anstatt einfach nur "mehr vom Gleichen" anzubieten.

Ein spannender Fall, den ich verfolgt habe, war der Markteintritt eines US-Investors, der stark auf Technologie und Vorausplanung setzte. Sein Modell: Eine benutzerfreundliche Online-Plattform, auf der Menschen zu Lebzeiten alles regeln und bezahlen können, kombiniert mit einem Netzwerk lokaler Bestatter, die die Durchführung übernehmen. Der Clou war die vollständige Transparenz und Fixpreisgarantie. Das löste zunächst Skepsis aus ("So unpersönlich!"), fand aber besonders in urbanen, jüngeren Milieus zunehmend Anklang. Es zeigt: Der Markt ist in Bewegung.

Zusammenfassung und Ausblick

Zusammenfassend lässt sich sagen: Ja, der deutsche Markt für Bestattungsdienstleistungen ist grundsätzlich für ausländische Investitionen geöffnet, aber er ist kein Selbstläufer. Es ist ein komplexes, von lokalem Recht, Kultur und tiefen Emotionen geprägtes Feld. Ein erfolgreicher Einstieg erfordert mehr als nur Kapital. Er verlangt Respekt vor der lokalen Kultur, Geduld im Umgang mit Behörden, Fingerspitzengefühl im Personalmanagement und eine klare, nachhaltige Strategie, die über die reine Kostenoptimierung hinausgeht.

Die Bedeutung dieser Frage für Investoren liegt im langfristigen, krisenresistenten Charakter des "Geschäfts mit dem Tod" und im demografischen Rückenwind. Allerdings ist es kein Markt für schnelle Renditen oder Hebelgeschäfte. Es ist ein Investment in Infrastruktur, Vertrauen und Menschen.

Sind Bestattungsdienste für ausländische Investitionen geöffnet?

Meine Empfehlung für interessierte Investoren wäre: Starten Sie mit einer detaillierten Due Diligence, die nicht nur die Bücher, sondern vor allem die lokalen Gesetze, die Markenwerte der Zielunternehmen und das "Betriebsklima" umfasst. Bauen Sie Partnerschaften mit etablierten lokalen Akteuren auf. Und haben Sie einen langen Atem. Die Zukunft wird wahrscheinlich weiter in Richtung Konsolidierung, Professionalisierung und Diversifizierung der Dienstleistungen gehen. Themen wie Nachhaltigkeit (Bio-Särge, CO2-neutrale Bestattungen) und Digitalisierung werden weiter an Bedeutung gewinnen. Wer hier mit sensiblen, aber modernen Konzepten kommt und den Spagat zwischen Tradition und Innovation meistert, kann in diesem besonderen Markt durchaus erfolgreich sein. Es ist, um in der Branchensprache zu bleiben, ein "Geschäft auf lange Sicht" – im doppelten Wortsinn.

Einschätzung der Jiaxi Steuer- und Finanzberatung

Aus unserer langjährigen Praxis bei der Jiaxi Steuer- und Finanzberatung für internationale Mandanten sehen wir das Thema "Auslandsinvestition in Bestattungsdienste" primär als ein Projekt des regulatorischen und steuerlichen Risikomanagements. Die eigentliche betriebswirtschaftliche Due Diligence ist nur die halbe Miete. Die andere Hälfte besteht aus der minutiösen Prüfung von über 16 verschiedenen Landesrechten, kommunalen Satzungen und der sich stetig weiterentwickelnden Rechtsprechung zu Gewerbe- und Umweltauflagen. Ein häufig unterschätztes Feld ist dabei die steuerliche Behandlung: Bestattungsdienstleistungen sind in Deutschland grundsätzlich umsatzsteuerpflichtig, es gibt aber enge Grenzen zu den steuerfreien Leistungen der Friedhofsträger. Die korrekte Abgrenzung und Ausweisung ist essentiell, um Rückforderungen zu vermeiden. Unser Rat ist stets, frühzeitig ein interdisziplinäres Team aus spezialisierten Rechtsanwälten (Bestattungsrecht, Verwaltungsrecht), Steuerberatern und idealerweise einem erfahrenen Brancheninsider aufzustellen. Die größten Fallstricke lauern nicht in den offensichtlichen Fragen, sondern in den Details der lokalen Umsetzung. Ein Investment in diesen Sektor ist letztlich auch ein Investment in profundes lokales Wissen – das kann man nicht einfach dazukaufen, das muss man sich systematisch aufbauen oder verlässlich einkaufen. Wer das versteht und entsprechend plant, kann die strukturellen Chanc